28. Oktober 2022

Pistor ist am Markt dabei und setzt sich für Sie ein.

Mandeln, Haselnüsse und Zucker bleiben preislich stabil, beim Öl gibt es stabile bis steigende Tendenzen. Was Eier und Milch angeht, spitzt sich die Lage weiter zu und es muss mit weiteren Aufschlägen gerechnet werden.

Mandeln

Die Anlieferungen aus neuer Ernte liegen unter den Vorjahreswerten. Einerseits wurde die Ernte später gestartet und andererseits gab es im September Niederschläge, die die Arbeiten verzögerten. Zuverlässige Angaben zur neuen Ernte gibt es noch nicht. Aufgrund der Trockenheit zeigt sich, dass die Kaliber trotz einer geringeren Ernte kleiner als üblich ausfallen, wodurch mittlere und grosse Kaliber deutlich höhere Preise lösen werden. Kalifornien versuchte, die Preise anzuheben. Da die diesjährige Ernte unter Vorjahr ausfallen wird und es zusammen mit dem Übertrag ein Überangebot gibt, werden die Mengen nur mit Preiszugeständnissen abgebaut werden können. Das aktuelle Preisniveau deckt vielerorts die Kosten nicht mehr und die Aussichten auf steigende Kosten verschlimmern die Lage weiter.

Haselnusskerne

Während ein Grosskunde Lieferungen zurückweist, kauft die TMO so viele Haselnüsse wie möglich. Die Lieferanten berichten, dass der Marktriese rund 50% der Lieferungen aufgrund von Qualitätsproblemen zurückgewiesen hat. Diese Mengen zirkulieren nun auf dem Markt, daher sind die Preise auf dem freien Markt stabil geblieben. Für die türkischen Haselnussexporteure bleiben die Zeiten hart. Es wird viel darüber spekuliert, inwieweit sich die Nachfrage bald wieder beleben wird. Die Nachfrage ist immer noch niedrig, aber es gibt vorsichtige Hoffnungen auf eine Erholung.

Zucker

Die Preise am Weltmarkt für Rohzucker bewegen sich seit Monaten seitwärts. Die Prämie für Weisszucker ist weiterhin hoch, da unter anderem aufgrund der tiefen Ernteerwartung in der EU und höherer Energiepreise die Verfügbarkeit von Weisszucker knapp ist. Auch wenn wegen der Inflation ein Verlust an Kaufkraft erwartet wird, zeigen die Prognosen beim Zuckerkonsum weiterhin ein stabiles Bild. Viele Marktteilnehmer haben auf eine Entspannung an der Preisfront gehofft. Dies ist bislang nicht eingetreten, da die Ernteprognosen in den Hauptproduktionsländern erneut nach unten korrigiert wurden. Die diesjährige Dürre und Hitzewelle in Europa haben dazu geführt, dass einige Erzeuger ihre Exportverpflichtungen gekürzt haben. Europa war früher der weltweit grösste und billigste Lieferant von raffiniertem Zucker in hoher Qualität. Heute exportiert die EU kaum noch. In der Schweiz hat Mitte September die Verarbeitung von Bio-Rüben begonnen und in Aarberg startete die Kampagne Ende September. Die Niederschläge im September führten zu einem berechneten Rübengewicht pro Hektar, das über dem 5-jährigen Durchschnitt liegt. Der Regen führte aber auch zu einer starken Verwässerung und einem entsprechenden Rückgang der Zuckergehalte. Dies zeichnet insgesamt ein durchzogenes Bild, wodurch die Ernteschätzung in der Schweiz nach unten korrigiert wurde.

Walnusskerne

Es wird ein schwieriges Jahr: Deutschland als einer der grössten Bezüger von kalifornischen Walnusskernen hat bereits eingekauft und es ist gut möglich, dass dies das Fundament des Marktpreises sein wird. Die Bauern verlieren viel Geld und hoffen, dass der Markt sich auf ein höheres Niveau steigert, sonst gibt es vielleicht keine nächste Saison für einige von ihnen. Die Ernte fängt wetterbedingt spät an und die ersten Eindrücke von den Frühsorten sind, dass die Walnüsse dunklere Kerne haben. Die Hitzewelle hat die äussere grüne Schale der Walnüsse zum Teil verbrannt, insbesondere bei Nüssen, welche aussen an den Bäumen wuchsen. Es sieht aus, dass es viel weniger helle Kerne, dafür viele ganz dunkle Kerne geben wird, das heisst es gibt höheren Schwund in der Verarbeitung und Gewinnung der begehrten hellen Kerne. Die Verfügbarkeit an hellen Kernen wird begrenzt sein. Zugleich müssen die Farmer derzeit unter Break-Even ihr Rohmaterial verkaufen. Die Preise liegen auf einem historischen Tiefpunkt

Speiseöle

Sonnenblumenöl/High Oleic Sonnenblumenöl

Trotz des anhaltenden Krieges ist das Volumen der Verarbeitung in der Ukraine gestiegen und hat die Er-wartungen übertroffen. Die Preise stehen derzeit unter Druck und es ist schwer vorherzusagen, wie sie sich die nächsten Wochen entwickeln werden. Indien, Iran, Irak, Pakistan usw. ziehen wieder an. Viele Verbraucher von Sonnenblumenöl in Europa scheinen bis Dezember gut eingedeckt zu sein. Ausschlaggebend hinsichtlich des Preises werden die ukrainischen Exporte sein: Wenn der Getreidekorri-dor geschlossen wird, wird es wieder zu Preisspannungen kommen. Tendenz stabil auf sehr hohem Niveau

Erdnussöl

In China sind die Ernteprognosen aufgrund des ungünstigen Wetters nicht gut, und auch der Mangel an verfügbaren Containern für Erdnussimporte treibt die Preise in die Höhe. In Brasilien ist die Ernte soeben beendet worden und fällt etwas üppiger aus als im letzten Jahr. In den USA und Argentinien ist die neue Ernte etwas geringer als im Vorjahr ausgefallen. Tendenz stabil bis leicht steigend.

Rapsöl/HOLL Rapsöl

Die weltweite Rapsernte wird auf einen Rekordwert geschätzt, was vor allem auf eine Erholung der kanadischen Ernte zurückzuführen ist. In Europa pressen die Ölmühlen den Raps bei voller Auslastung auf Hochtouren aus. Die Preistreiber bei den Herstellungskosten sind nach wie vor die aktuell sehr hohen Energiepreise. Tendenz stabil

Eier- und Eiprodukte, Europa

Die Eierproduzenten und -vermarkter leiden seit Monaten unter den enormen Preissteigerungen. Insbesondere die Futter-, Verpackungs-, Personal-, Energie- und Logistikkosten belasten die Betriebe enorm. Aufgrund des Risikos, dass diese hohen Kosten nicht gedeckt werden könnten, wurden weniger Junghennen eingestallt, was zu einem geringeren Angebot an Eiern führt. Zusätzlich ist die Vogelgrippe sehr präsent und gibt Anlass zur Sorge. Um die Verfügbarkeit sicherzustellen, müssen massiv höhere Preise bezahlt werden. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend fortsetzt und kurzfristig weitere Preisaufschläge akzeptiert werden müssen.

Milchprodukte Schweiz

Die steigenden Kosten (Energie, Transport usw.) haben auch bei den Milchverarbeitern einen massiven Einfluss. Um die gestiegenen Produktionskosten decken zu können, werden höhere Preise seitens der Verarbeiter gefordert. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass auch von Seiten der Landwirte höhere Kosten geltend gemacht werden und dies mit einem höheren Milchpreis abgegolten werden muss. Dies wird an der BOM-Sitzung von Ende November entschieden. Es ist davon auszugehen, dass die Preise der Schweizer Milchprodukte per Januar 2023 nochmals stark ansteigen werden.

Preistendenzen 11/22

     

Info

Neue Deklarationsvorschriften

Aufgrund der kommenden Knappheit von Sonnenblumenöl hat der Bundesrat entschieden, bis Ende 2023 die Deklarationsvorschriften von Zutaten zu lockern, damit Öl-Alternativen flexibel deklariert werden können.

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