30.  August 2019

Pistor ist am Weltmarkt zu Ihrem Einkaufsvorteil dabei.

Mandeln 

Im Juli wurden 154 Mio. lbs Mandeln aus Kalifornien verladen. Dies sind 7 % mehr als im Vorjahresmonat. Trotz Hitzewelle in der zweiten Julihälfte haben die Erntearbeiten nun doch etwas früher als erwartet begonnen. Alle warten gespannt auf die Informationen bezüglich Qualität und Quantität. Nach der Publikation der objektiven Schätzung haben sich die Preise gefestigt, sind dann aber im Ursprung wieder etwas nach unten korrigiert worden. Der Hauptgrund dürfte in der grossen Unsicherheit bezüglich politischer Massnahmen liegen, die sämtliche grossen Abnehmer (Indien, China, naher Osten) von kalifornischen Mandeln betreffen. Je nach Entwicklung ist Potential für schwächere Preise vorhanden. Verlässliche Aussagen zur neuen Ernte sind nicht vor Ende Jahr möglich.

Auch in Spanien ist die Ernte in vollem Gange und die Menge sowie die Qualität sind einwandfrei. Dies führte seit langem auch in Spanien zu einer Korrektur.

Haselnusskerne

In der Türkei ist der Markt nach den Festivitäten zum Bayram wieder aktiv, die Preise tendieren fester. In den vergangenen Wochen regnete es zum Teil stark. Dies leider im ungünstigsten Moment der Ernte, respektive während der Trocknungsphase. Die ersten Lieferungen aus neuer Ernte dürften sich darum verspäten.

Auch in Italien ist die neue Ernte verspätet. Es wird eine Erntemenge von unter 100'000 t gemeldet. Die Preise für italienische Haselnusskerne dürften somit fester werden.

Baumnusskerne

Wie üblich sind es die Abendländer, die als erstes Interesse an Inshell-Baumnüssen bekunden, dann folgen langsam EU-Kunden, die beides, nämlich Kerne und Nüsse in der Schale, kaufen wollen. Die Nachfrage scheint zuzunehmen. Ob dieses Interesse nur kurz anhält, ist eher zweifelhaft. Chile hat per 31. Juli 2019 etwa 75 % seiner kleiner als erwarteten Ernte verkauft (im Vorjahr waren es etwa 56 %). Real kann Chile kaum mehr Angebote machen, da wohl auch die verbleibenden 25 % der Ernte grösstenteils unter Kontrakt stehen. Das heisst, dass die Nachfrage für kalifornische Walnüsse steigen könnte. Die kalifornische Ernte wird subjektiv auf ca. 691'000 t geschätzt. Die objektive Einschätzung folgt Ende August. Falls diese keine Überraschungen bringt, werden die Preise festbleiben und ansteigen. Für den Moment werden noch keine langfristigen Kontrakte angeboten, dafür Verschiffungen bis Ende Dezember.

Zucker

In Europa wird eine geringere Ernte erwartet, weil in den grossen Zuckerproduktionsgebieten wie Frankreich und Deutschland Anbauflächen reduziert worden sind. Aufgrund der Hitzewelle im Juli haben die Zuckerrüben in einigen Regionen des Europäischen Rübengürtels gelitten. Die ersten Rodungsresultate bestätigen die bisherigen Eindrücke. Der Preis für Schweizer Zucker ist angestiegen. Auch hier haben die Hitzeperioden vereinzelt Spuren hinterlassen. Die Folgen der extremen Wetterverhältnisse sind im Moment nicht abschätzbar. Auch in der Schweiz ist die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.

Per 1. Oktober 2019 wird die Einführung des Importnachweises für Zucker (Rückerstattungen bei Export von fertigen Produkten in Drittländer betreffend) in Kraft gesetzt. Die administrative Abwicklung soll hauptsächlich über die Importeure und Wiederverkäufer laufen. Diesbezüglich sind wir von der Réservesuisse kontaktiert worden.

Speiseöle

Sonnenblumenöl/High Oleic Sonnenblumenöl

Kurzfristig stehen die Zeichen auf weiterhin stabile Preise. Die Aussichten auf die neue Ernte ab Oktober 2019 haben sich etwas verbessert. Insbesondere in Osteuropa hat es in vielen Gebieten geregnet, was einen positiven Einfluss auf die Entwicklung haben sollte. In der EU hingegen besteht noch Unsicherheit, wie stark sich die lange Trockenperiode auswirken wird. Generell dürfte die Ernte jedoch trotzdem höher ausfallen als im letzten Jahr. Die weitere Preisentwicklung hängt von der effektiven Erntemenge sowie deren Ölgehalt ab.

Beim High Oleic Sonnenblumenöl hat sich die Situation nicht verändert. Die Preise sind hoch geblieben. Für die alte Ernte gibt es weiterhin praktisch keine Mengen mehr. Mit der neuen Ernte ab Oktober beruhigt sich die Situation wieder etwas, doch liegen auch hier die Preise über dem Durchschnitt. Die Tendenz ist stabil bis steigend.

Erdnussöl
Von Januar bis Juni 2019 haben sich die Exporte aus Afrika praktisch verdoppelt, was allerdings nur dank grossen Lagern möglich war. Insbesondere China hat grosse Mengen abgenommen. Nun scheint die Verfügbarkeit jedoch ausgeschöpft, denn seit Juli sind fast keine Nüsse mehr aus Afrika ausgeführt worden. Der Importbedarf von Indien hängt stark von ihrer Inlandernte ab. Diese wiederum wird vom Monsunregen beeinflusst. Dieser ist mit etwas Verspätung eingetroffen. Doch bisher hat es noch nicht in allen Erdnussgebieten ausgiebig geregnet. Deshalb sind noch zu wenige, konkrete Informationen über die Erntemenge vorhanden. Der Weltmarkt ist momentan vorwiegend durch die argentinische Ernte beeinflusst. Diese ist grundsätzlich gut ausgefallen, weshalb die Exportverfügbarkeit höher liegt als noch im letzten Jahr. Solange nicht mehr Informationen aus Indien und China eintreffen, dürften sich die Preise seitwärts bewegen. Tendenz: stabil.

Rapsöl/HOLL Rapsöl
Die Felderträge, vor allem in Grossbritannien und Deutschland, werden noch schlechter eingestuft als bisher. Dies wird zur Konsequenz führen, dass der Importbedarf der EU zunehmen wird. Auch in Australien wird, aufgrund der langen Trockenheit, eine deutlich tiefere Ernte erwartet. Einzig die Ukraine und Kanada werden einen Zuwachs verzeichnen können. Allerdings kann sich die Mehrmenge aus Kanada nur beschränkt positiv auswirken. China, als der bisher grösste Importeur von kanadischem Raps, steht noch immer im Handelsstreit. Die globale Ernte der Saison 2019/2020 wird tiefer eingeschätzt als noch im letzten Jahr. Der Konsum wird die Produktionsmenge voraussichtlich übertreffen, so dass ein Lagerabbau stattfinden wird. Somit zeigen die meisten Faktoren auf feste oder sogar weiter steigende Preise hin. Tendenz: stabil bis steigend.

Milchprodukte

Gemäss Beschluss der Branchenorganisation Milch (BOM) vom 22. Mai 2019 wird der Milchpreis per 1. September 2019 um 3 Rappen pro Liter erhöht. Der Hauptgrund für den Preisaufschlag ist die Einführung eines neuen, höheren Branchenstandards für die Produktion von nachhaltiger Milch. Die Preisaufschläge der Milchprodukte erfolgen national. Die Käsepreise werden verzögert ab November 2019 erhöht.
 

Preistendenzen 09/19