29. Juli 2022

Pistor ist am Markt dabei und setzt sich für Sie ein.

Die Bedürfnisse und Interessen unserer Kundinnen und Kunden stehen für uns an erster Stelle – ganz im Sinne einer Genossenschaft wie Pistor. Der nationale und internationale Markt ist im Ungleichgewicht, laufend konfrontiert er uns mit Preiserhöhungen. Gemeinsam mit unseren Lieferanten prüfen wir den Ursprung und suchen nach Lösungen, die Preiserhöhungen zu reduzieren oder abzuwenden. Steigende Treibstoff-, Verbrauchsmaterial- und weitere allgemeine Kosten, die Pistor betreffen, tragen wir selbst. Aufschläge geben wir nur dann weiter, wenn wir diese nach Verhandlungen mit Lieferanten akzeptieren mussten. Nebst Preisaufschlägen halten Rohstoffknappheit und Lieferverzögerungen den globalen Markt auf Trab. Von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zu den Konsumentinnen und Konsumenten ist die gesamte Wertschöpfungskette betroffen. Sie als Kundin und Kunde stehen bei uns im Mittelpunkt – deshalb geben wir alles, Sie lückenlos zu beliefern. Falls nicht anders möglich, bieten wir Ihnen Alternativen an.

Mandeln

Kalifornien bereitet sich auf die trockensten Monate des Jahres vor. Wassermangel wird in den nächsten Monaten ein Thema sein und die Aussichten nach der Ernte sind eher düster. Landwirte, denen es an Wasserrechten fehlt, fällen bereits Mandelbäume. Da der Mandelanbau immer unattraktiver wird, dürfte sich dieser Trend weiter verstärken. Dennoch sind die Aussichten für die neue Ernte in Kalifornien ermutigend. Die Inflation gibt Anlass zur Sorge, da diese sich auf die Nachfrage auswirkt. Die Anbieter hoffen jedoch, dass die attraktiven Preise für Mandeln die Kauflust stützen werden. In Spanien sind die Produktionsaussichten ernüchternd. Die plötzlichen Fröste vom Frühjahr (in Verbindung mit der Trockenheit) werden die Ernte 2022 schmälern.

Haselnusskerne

Die politischen und wirtschaftlichen Probleme in der Türkei sind enorm. Die Kreditzinsen sind stark angestiegen und es gibt Zeichen, dass der Türkei das Geld ausgeht. Trotzdem liegt die Aufmerksamkeit nun ganz auf der neuen Ernte. Schätzungen zeigen, dass das Erntevolumen schwächer als erwartet ausfallen könnte. Die derzeitigen Preise sind attraktiv, aber das Interesse der Käufer sehr gering. Lieferanten befürchten, dass der Markt zusammenbricht.

Zucker

Die hohen Energiekosten verteuern einerseits die Produktion und andererseits wird aus Europa, einem dem grössten Hersteller von Zucker, weniger Menge erwartet. Der starke Preisanstieg in den letzten Monaten wurde durch die Stimmung an den Börsen und der Befürchtung einer Abschwächung oder sogar Rezession der Weltwirtschaft gebremst. Die EU ist besorgt, dass die Energieversorgung im nächsten Winter knapp werden könnte. Einige Zuckerproduzenten überlegen sich daher mit der Verarbeitung etwas früher zu beginnen, in der Hoffnung mögliche Versorgungslücken im Energiebereich zu umgehen. Mit dem früheren Start der Produktion will man sicherstellen, so viele Zuckerrüben wie möglich verarbeiten zu können. Dies trotz der Konsequenz, dass die Rüben einen tieferen durchschnittlichen Zuckergehalt aufweisen. In der Schweiz waren die Regenfälle in der zweiten Junihälfte dringend nötig. Das Wachstum der Rüben wurde so unterstützt und die Rübenfelder sehen aktuell gut aus. Genauere Informationen werden bei den Proberodungen erwartet. 

Aprikosen getrocknet, Türkei

Aus der alten Ernte wird kein Übertrag erwartet. Die Preise für neue Ernte sind hoch und die Bauern haben keinerlei Interesse, die Preise zu senken. Die Teuerung in der Türkei ist enorm. Die Produktionskosten werden in dieser Saison aufgrund der bekannten Faktoren wie Energie und Verpackung um einiges höher liegen als noch im vergangenen Jahr. 

Speiseöle

Sonnenblumenöl/High Oleic Sonnenblumenöl
In der Ukraine läuft die Aussaat von Sonnenblumen, Weizen, Raps, Soja, Gerste, Mais und Hafer und ist insgesamt zu 70 Prozent abgeschlossen. Die weltweite Erzeugung von Sonnenblumensamen wird im Wirtschaftsjahr 2022/23 zurückgehen, da die Anbaufläche um 10 % abnimmt und die erwarteten Erträge sinken. Der Preis für Sonnenblumenöl hat ein noch nie dagewesenes Niveau erreicht. Mehr als die Hälfte der weltweiten Ölproduktion stammt aus der Ukraine und Russland. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass es in den kommenden Monaten zu einer physischen Verknappung des Sonnenblumenöls auf den Weltmärkten kommen wird. Der Nachfrageüberhang, der mindestens bis Ende 2022 anhalten wird, verlagert sich auf andere Öle. Demzufolge wird ein Preisanstieg für alle Pflanzenöle erwartet. Tendenz: stabil hoch

Erdnussöl
Das weltweite Erdnussangebot dürfte 2022/23 stabil d.h. unverändert bleiben, da die höhere Produktion die reduzierten Restlagerbestände ausgleicht. Aufgrund anhaltender Trockenheit in einigen Gebieten Argentiniens wird eine kleinere Ernte erwartet. Tendenz stabil.

Rapsöl/HOLL Rapsöl
Nach jüngsten Angaben der Europäischen Kommission wird die Rapsernte in der EU im Jahr 2022 voraussichtlich um knapp 8 % höher ausfallen als im Vorjahr. Die Lagerbestände an Raps aus der alten Ernte in Europa sowie die Importe aus Kanada sind tief. Bis zum Eintreffen der neuen Ernte im August 2022 sind die verfügbaren Mengen für die Verarbeiter in den wichtigsten europäischen Importländern weiter reduziert. Tendenz steigend.

Milchprodukte Schweiz

Aufgrund der weiter stark steigenden Kosten für Energie, Benzin, Verpackung und weiteren Produktionshilfsmitteln erwarten wir weiter steigende Preise von Schweizer Produzenten. Aufgrund des BOM Beschlusses vom März 2022 erhöhen sich nun verzögert auch die Preise für Schweizer Käse. Ebenfalls aufgrund des BOM Beschlusses hat die Bio-Organisation entschieden, den Bio-Milchpreis in der Schweiz per 01.07.22 zu erhöhen. Die Biomilchprodukte werden daher ab Sommer einen weiteren Preisaufschlag erfahren.
Es ist nicht auszuschliessen, dass es bis Ende Jahr zu weiteren Preiserhöhungen im Milchproduktebereich kommt.

Schweizer Käse, Sortenorganisationen

Aufgrund des gestiegenen Milchpreises und der gestiegenen Betriebskosten (Energie, Transport) haben die Käse Sortenorganisationen entschieden, die Verkaufspreise um CHF 1.00/kg zu erhöhen, per 01.08.2022 oder 01.09.2022. Davon betroffen sind folgende Käse und daraus hergestellte Produkte: Emmentaler AOP, Le Gruyère AOP, Tilsiter AOP, Appenzeller®, Sbrinz AOP und Tête de Moine AOP.

Milchprodukte EU

Aufgrund der stark steigenden Teuerung in Europa ziehen auch die Preise für Milchprodukte in Europa weiter an und erreichen neue Höchststände. Dadurch werden sich die importierten Milch- und Käseprodukte weiter verteuern.

Schweizer Eier

Die Situation bei den Schweizer Eiern hat sich zugespitzt und es kommt zu weiteren Preisaufschlägen. Diese sind primär auf die hohen Futterkosten zurückzuführen, sowie auf die weiter steigenden Preise für Verpackungsmaterial (Karton) und die Transportkosten. Es sind Schaleneier, Traiteureier und Picknickeier mit Herkunft Schweiz betroffen. Die höheren Preise müssen am Markt per sofort bezahlt werden und gelten für unsere Kunden per 01.08.2022. Bei den Flüssigeiern ist ebenfalls ein Aufschlag ab Herbst zu erwarten.

Preistendenzen 08/22