31. August 2021

Pistor ist am Weltmarkt zu Ihrem Einkaufsvorteil dabei.

Allgemeine Marktsituation

Wie aus der Presse zu entnehmen war hat sich die Situation auf dem internationalen Seefrachtmarkt nicht entspannt, sondern weiter verschärft. Aufgrund der hohen Nachfrage, den Engpässen in den asiatischen Häfen, lokalen Lockdowns und der allgemeinen Knappheit von Containern, steigen die Verschiffungspreise weiter an. Der Einfluss auf Verfügbarkeit und Preise der Produkte ist erheblich. Inzwischen ist die Warenverfügbarkeit wichtiger als der Preis. Leider sind Verschiffungen ab USA ebenso stark betroffen. Immer häufiger auftretende Witterungseinflüsse und deren Folgen führen zu erheblichen Ernteausfällen. Ein Ende dieser schwierigen Situation ist weiterhin nicht in Sicht.

Mandeln

Im Juli hat Kalifornien 229 Mio lbs Mandeln verladen, 27 % mehr als im Vorjahresmonat. Damit wurden in der nun beendeten Kampagne 92.4 % der verfügbaren Menge verkauft (gegenüber 93.5 % im Vorjahr). Die Aussichten für die neue Ernte sind leider weniger optimistisch: Sollte der Ertrag tatsächlich auf blosse 2.8 Mia lbs zu stehen kommen, könnte das gegenwärtige Wachstum nicht beibehalten werden. Entsprechend haben sich die Preise über die letzten Wochen teilweise heftig befestigt. Die anhaltende Dürre trübt die Lage zusätzlich. Erste Anlieferungen der neuen Ernte zeigen wie üblich kleinere Kaliber und zusätzlich sind die Kerne auch noch trockener als normal. Welche Schäden die Dürre konkret angerichtet hat wird sich im Verlauf der nächsten Monate zeigen. Nicht zu vergessen ist, dass die aktuelle Situation auch die Bildung von Fruchtknospen der nächstjährigen Ernte beeinträchtigen kann. Selbst wenn der kommende Winter reichlich Niederschläge bringt, sind dennoch für das nächste Jahr mit negativen Auswirkungen zu rechnen. Mit diesem Hintergrund werden die Preise mittelfristig weiter fest tendieren.

Haselnusskerne

In der Türkei hat die TMO ihren Einkaufspreis bekannt gegeben. Dieser liegt etwas höher als allgemein erwartet. Es gilt nun abzuwarten, wie die Industrie und die grossen Abnehmer darauf reagieren. Treten bei der türkischen Lira keine grossen Veränderungen ein, rechnen wir damit, dass die Preise in den nächsten Monaten auf mindestens demselben Niveau bleiben. In Italien ist die Ernte im Gange und zum Teil herrschen nah wie vor Temperaturen von über 40°C. Es bleibt abzuwarten, ob das Auswirkungen auf die Qualität der Haselnüsse zeigt. Die Produzenten haben sich vom Markt zurückgezogen, auch wegen Ferragosto und geben ihre Preise erst ab der 2. Augusthälfte wieder ab.

Baumnusskerne

Die objektive Schätzung fand Ende August 2021 statt. Diese Schätzung ist sehr nützlich und hat sie sich in den letzten zehn Jahren als recht genau erwiesen. Sie liefert gute Informationen über die Qualitäts- und Kalibererwartungen der verschiedenen Sorten und dient als gute Orientierungshilfe für die Planung des Verkaufs von Schalen in verschiedenen Kalibern. Die Verkäufer sind vorsichtig optimistisch was die Erträge dieser Saison angeht und die Käufer scheinen die höheren Preise zu akzeptieren. Wir befinden uns noch immer in der heissen Phase in der die Tageshöchsttemperaturen in den meisten Anbaugebieten Kaliforniens zwischen 37 °C und 43 °C liegen, aber die täglichen Tiefsttemperaturen nicht weit unter 20 °C fallen. Dieses Klima kann sich auf die Farbe des Korns auswirken sowie andere Schäden wie Sonnenbrand oder Insektenbefall hervorrufen.

Zucker

Die Aktienmärkte gehen von einem Hoch zum anderen. Viele Rohstoffe sind in den Sog von Spekulanten geraten und notieren viel höher als vor der Corona Pandemie. Der Zucker hat gerade an den Börsen in NY (Rohrohrzucker) und London (Weisszucker) ein Mehrjahreshöchst erklommen. Der Preis des physischen Zuckers in der Schweiz und Europa ist einiges höher als letztes Jahr und hat gerade in der vergangenen Woche nochmals aufgrund der sich verschlechternden Ernteaussichten zugelegt. Zu wenig Sonnenschein führt zu einer tieferen Zuckerbildung in den Rüben. Ob sich das bis Ende September, dem Beginn der Ernten, noch zum Guten wendet ist fraglich. Es ist eher mit einer sehr durchschnittlichen Ernte zu rechnen, wie bereits seit zwei Jahren. Die Preise für neue Ernten ab Oktober haben in der letzten Woche zugelegt.

Saaten

Die Preise werden weiterhin in die Höhe getrieben infolge schlechter Ernteerträge, fehlenden Lagerüberhängen der alten Ernte, steigenden Transportkosten und der grossen Nachfrage aus dem asiatischen Markt für europäische Ware. Davon betroffen sind Sesamsaaten, Sonnenblumenkerne und Leinsaat.

Eier und Eiprodukte (Schweiz und Ausland)

In den letzten Wochen ist der EU-Markt in den «Standby–Modus» übergegangen. Die Käufer der Branche warten ab. Die Lager sind gut gefüllt und die Nachfrage, die während der ersten und zweiten Welle der Pandemie deutlich zugenommen hat, geht kontinuierlich zurück. Tendenz stabil.

Preistendenzen 09/21