29. April 2022

Pistor ist am Markt dabei und setzt sich für Sie ein.

Die Bedürfnisse und Interessen unserer Kundinnen und Kunden stehen für uns an erster Stelle – ganz im Sinne einer Genossenschaft wie Pistor. Der nationale und internationale Markt ist im Ungleichgewicht, laufend konfrontiert er uns mit Preiserhöhungen. Gemeinsam mit unseren Lieferanten prüfen wir den Ursprung und suchen nach Lösungen, die Preiserhöhungen zu reduzieren oder abzuwenden. Steigende Treibstoff-, Verbrauchsmaterial- und weitere allgemeine Kosten, die Pistor betreffen, tragen wir selbst. Aufschläge geben wir nur dann weiter, wenn wir diese nach Verhandlungen mit Lieferanten akzeptieren mussten. Nebst Preisaufschlägen halten Rohstoffknappheit und Lieferverzögerungen den globalen Markt auf Trab. Von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zu den Konsumentinnen und Konsumenten ist die gesamte Wertschöpfungskette betroffen. Sie als Kundin und Kunde stehen bei uns im Mittelpunkt – deshalb geben wir alles, Sie lückenlos zu beliefern. Falls nicht anders möglich, bieten wir Ihnen Alternativen an.

Mandeln

Der kalifornische Mandelmarkt ist vielen dynamischen Markteinflüssen wie Krieg, Inflation, Hafensituation usw. ausgesetzt. Während der Blüte gab es üppige Blüten mit hoher Blütenzahl pro Baum. Noch ist es aber etwas zu früh, um die neue Ernte einzuschätzen. Sicher ist, dass die Trockenheit der letzten Jahre einige Bäume geschwächt hat. Dies dürfte sich in den kommenden Monaten weiter auf die Ernte auswirken, da einige Erzeuger mit mangelnder Wassermenge zu kämpfen haben. Die Preise in Kalifornien sind etwas gestiegen. Diese Preiserhöhungen sind grösstenteils darauf zurückzuführen, dass die Erwartungen für die Ernte 2022 aufgrund von Frostschäden und den möglichen Auswirkungen der anhaltenden Dürre in Kalifornien zurückgeschraubt wurden. Die Verkäufe in den letzten Monaten deuten darauf hin, dass die Käufer in diesen Preisen einen Wert sehen und dass sich die Verschiffungen im letzten Teil der Saison verbessern könnten.

Haselnusskerne

Die derzeitige Situation ist alles andere als normal. Ein Problem ist die Inflation, die wegen der hohen Energie-, Kraftstoff- und Lebensmittelpreise in der Türkei Anlass zur Sorge gibt. Die explodierenden Kosten haben die Kaufkraft der Menschen eingeschränkt. Die Inflation wird sich mit Sicherheit auch auf die Marktpreise auswirken. Bezüglich dem Frost berichten zuverlässige Beobachter, dass bisher keine Schäden aufgetreten sind. In Höhenlagen gab es noch Minusgrade, aber die Wetterbedingungen verbesserten sich laufend. Die türkische Lira hat zwar gegenüber dem Euro und dem US-Dollar wieder an Wert verloren, ist aber mit geringen Schwankungen stabil geblieben. Die Nachfrage hat wieder etwas angezogen. Mit den bevorstehenden Wahlen ist es sehr wahrscheinlich, dass Haselnüsse wieder als politisches Instrument verwendet werden, um Unterstützung oder Stimmen zu gewinnen, wobei die Bedeutung als Exportartikel in den Hintergrund gerät.

Zucker

Seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine hat die Versorgungssicherheit weltweit abgenommen. Bereits im Vorfeld waren die Preise angestiegen. Der Wegfall von Nahrungsmitteln aus der Ukraine und Russland hat die Preise vieler Agrargüter ansteigen lassen.

In der EU ist die Verunsicherung der Zuckerindustrie gross, da man nicht abschätzen kann, wie gross die vorgesehenen Anbauflächen für Zuckerrüben sein werden. Seit dem Kriegsausbruch könnten die Flächen kurzfristig noch auf Sonnenblumen, Sommergetreide oder Mais gewechselt werden. Diese Kulturen rentieren für die Landwirte deutlich besser als Zuckerrüben. Seit Kriegsausbruch gibt keine Angebote für Zucker aus der EU. In das neue Zuckerjahr wird aktuell nicht verkauft!

Auch in der Schweiz ist die Versorgungslage angespannt. Die letztjährige Ernte war unterdurchschnittlich und die Anbaufläche für Zuckerrüben wird in diesem Jahr tiefer als noch im letzten Jahr sein. Die Aussaat konnte im März unter guten Bedingungen abgeschlossen werden.

Türkische Aprikosen Malatya (getrocknet)

Der Frost von Mitte April zeigt grossen Einfluss auf die Aprikosenblüten. Gemäss ersten Einschätzungen wurden ca. 50% der Blüten zerstört. Das Ausmass wird erst später ersichtlich sein, wenn geprüft wird, ob Blüten und Fruchtansätze den Frost überstanden haben. Nach zwei sehr speziellen Jahren wird sich die Situation mit hohen Preisen leider auch im 2022 weiter verschärfen.

Sultaninen Golden Südafrika

Obwohl noch immer Früchte getrocknet werden, nähert sich die schwierige Saison 2022 ihrem Ende. Dies war ein sehr nasser Sommer für Südafrika, der auch das Ergebnis eines La-Niña-Ereignisses ist. Dieses Wettermuster bringt normalerweise überdurchschnittliche Sommerniederschläge im südlichen Afrika. Von Januar bis März wurde eine Gesamtniederschlagsmenge zwischen 180 und 450 mm verzeichnet. In einem normalen Jahr fallen in Upington durchschnittlich nur 189 mm Regen für das ganze Jahr. Die enorme Regenmenge hat sich auf die Ernte 2022 ausgewirkt. Die hohen Flusspegel und mögliche Überschwemmungsschäden zwangen die Erzeuger, früher zu ernten und die Reben zu trocknen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit wurden die Reben vom Falschen Mehltau befallen und der Zuckergehalt blieb niedriger als normal. Aufgrund des Regens und der Feuchtigkeit wurden deutlich weniger Golden Sultanas getrocknet als in den Vorjahren. Der viele Regen hat die Qualität stark beeinflusst. Ob es überhaupt zu Angeboten kommen wird, kann im Moment noch nicht gesagt werden.

Bäckerei-Konditorei-Halbfabrikate

Die Turbulenzen auf den Rohstoffmärkten haben Einfluss auf die Preise von verschiedenen Halbfabrikaten und Hilfsstoffen. Die Preiserhöhungen auf Rohstoffen wie pflanzlichen Ölen, Zucker, Stärken, Saaten, Früchten, Milch (nationaler Preisaufschlag) etc. haben Auswirkungen auf die Preise der Halbfabrikate. Zudem ist in den Rezepturen der Halbfabrikate die Verfügbarkeit bei einzelnen Komponenten teils verzögert, sodass es in den Produktionen immer wieder zu Produktionsverschiebungen kommen kann.

Eier und Eiprodukte, Import

Die Lage auf dem europäischen Eiermarkt ist prekär, die Preise explodieren. Um die langfristige Eierproduktion und somit die Verfügbarkeit sicher zu stellen, müssen kurzfristig massiv höhere Preise akzeptiert werden. Die preistreibenden Faktoren sind folgende:

  • In Europa (vor allem England, Polen, Italien und Frankreich) mussten bereits 10 Mio. Legehennen wegen der Geflügelpest gekeult werden. Auch in den USA mussten aufgrund der Vogelgrippe in den letzten Wochen rund 11 Mio. Legehennen gekeult werden. Neben den Tieren aus der Ukraine fehlen also aktuell rund 21 Mio. Legehennen, die Eier legen.
  • Die Ukraine als grosse Eier-Anbieterin fällt weg. Die Nachfrage in Europa trifft auf ein ohnehin schon geschwächtes Angebot.
  • Massive Kostensteigerung des Legehennen-Futters. Einerseits aufgrund der schlechten letztjährigen Ernte und anderseits aufgrund des Krieges in der Ukraine.
  • Preiserhöhungen bei Verpackung und Energie.

Emmentaler AOP

Emmentaler Switzerland hat eine Erhöhung des Käse- und Milchpreises beschlossen. Der Milchpreis soll ab 1. Mai um 5 Rappen pro Kilogramm ansteigen, für den Käsepreis ab 1. August wird eine Erhöhung um 1 Franken vorgesehen. Die Preisanpassung ist durch den allgemeinen Kostenanstieg in der ganzen Wertschöpfungskette begründet. Die Preise für Energie, Treibstoff, Infrastruktur, Maschinen, Dünger und Futtermittel sind drastisch gestiegen. Es ist davon auszugehen, dass bei weiteren Käsesorten ebenfalls Preisaufschläge folgen.

Speiseöle

Allgemeine Marktsituation

Der Krieg in der Ukraine und die Angst um die Versorgung mit Rohstoffen liessen die Ölpreise auf den höchsten Stand seit zehn Jahren steigen. Die Ukraine und Russland sind die weltweit grössten Anbauer von Sonnenblumenkernen. Beide Länder verarbeiten auch eine grosse Menge davon und produzieren zusammen fast 60 % des gesamten Sonnenblumenöls auf dem Weltmarkt. Nach zwei anspruchsvollen Jahren aufgrund von Covid, in denen sich die Aussichten endlich verbesserten, wurde die Wirtschaft aufgrund der Situation in der Ukraine erneut in grosse Unsicherheit gestürzt.

Sonnenblumenöl/High Oleic Sonnenblumenöl

Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine wurden keine Sonnenblumenölquotierungen mehr veröffentlicht. Der Handel mit diesem Produkt ist vorübergehend zum Erliegen gekommen. Tendenz stark steigend.

Erdnussöl

Beim Erdnussöl sind mehrere Preiserhöhungen zu verzeichnen, da die Nachfrage nach Erdnussöl anstelle von Sonnenblumenöl weltweit gestiegen ist. Auch wenn die weltweite Produktion im Jahr 2022 voraussichtlich höher sein wird als 2021, werden die Preise aufgrund der geringen Verfügbarkeit anderer Pflanzenöle (insbesondere Sonnenblumenöl) hoch bleiben. Tendenz steigend.

Rapsöl/HOLL Rapsöl

Aufgrund des Krieges in der Ukraine haben die Preise für Ölsaaten derzeit ein sehr hohes Niveau erreicht. Rapsöl ist von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. Die Aussichten für die neue Ernte ab Sommer 2022 sind allgemein gut und positiv. Die effektive Erntemenge wird vom Wetter in den nächsten Wochen und Monaten abhängig sein. Bis zur neuen Ernte dürfte die Versorgungssituation knapp bleiben. Die weltweite Nachfrage von Rapsöl wird auch durch den Kraftstoffsektor (Biodiesel) getrieben. Tendenz steigend.

Milchprodukte Europa

Die massiv höheren Energie- Treibstoff- und Futtermittelpreise aufgrund des Krieges in der Ukraine sind in allen Agrarmärkten spürbar. Zudem bleibt die Milchproduktion in Europa unter dem Vorjahr. Die Preise für die meisten Milchprodukte haben neue historische Höchststände erreicht. Die Preise für importiere Milchprodukte (Butter, Käse usw.) werden sich daher weiter verteuern.

Italienischer Reis

Neben den massiv gestiegenen Rohmaterial- und Logistikkosten sind die Lager der Produzenten bereits leer. Durch die unsichere Lage und die steigenden Frachtkosten besteht eine erhöhte Nachfrage für italienischen Reis, wodurch Preiserhöhungen auf diesen Produkten vermutet werden können.

CH-Geflügel

Neben den steigenden Futterpreisen für die Geflügelmast ist zudem die Verfügbarkeit eher bei frischer Ware gegeben, als bei tiefgekühltem Geflügel. Eine Preisentspannung ist noch nicht in Aussicht und die Tendenz ist, dass die Preise nochmals ansteigen.

Lachs aus Norwegen

Die Rohware Lachs ist auf einem Jahrhundert-Rekord-Hoch – getrieben durch Faktoren wie:

  • Langsames Wachstum der Fische
  • Steigende Frachtkosten (weil Diesel teuer ist)
  • Steigende Verpackungskosten (Corona-Effekt)
  • Hohe Nachfrage wegen Lockdown Öffnungen und der Osterfeiertage
  • Hohe Nachfrage aus USA/Asien

CH-Trockenfleisch, Bündnerfleisch, Mostbröckli

Das Fleisch von Schweizer Verarbeitungsvieh wird nach wie vor stark nachgefragt bei schwachem Angebot. Insbesondere der Rohstoff zur Herstellung von Trockenfleisch steht preislich unter Druck. Dementsprechend ist in den nächsten Monaten mit Erhöhungen auf Trockenfleisch, Bündnerfleisch, Walliser Trockenfleisch wie auch Mostbröckli zu rechnen.

Preistendenzen 05/22