30. November 2021

Pistor ist am Markt dabei und setzt sich für Sie ein.

Die Bedürfnisse und Interessen unserer Kundinnen und Kunden stehen für uns an erster Stelle – ganz im Sinne einer Genossenschaft wie Pistor. Der nationale und internationale Markt ist im Ungleichgewicht, laufend konfrontiert er uns mit Preiserhöhungen. Gemeinsam mit unseren Lieferanten prüfen wir den Ursprung und suchen nach Lösungen, die Preiserhöhungen zu reduzieren oder abzuwenden. Steigende Treibstoff-, Verbrauchsmaterial- und weitere allgemeine Kosten, die Pistor betreffen, tragen wir selbst. Aufschläge geben wir nur dann weiter, wenn wir diese nach Verhandlungen mit Lieferanten akzeptieren mussten. Nebst Preisaufschlägen halten Rohstoffknappheit und Lieferverzögerungen den globalen Markt auf Trab. Von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zu den Konsumentinnen und Konsumenten ist die gesamte Wertschöpfungskette betroffen. Sie als Kundin und Kunde stehen bei uns im Mittelpunkt – deshalb geben wir alles, Sie lückenlos zu beliefern. Falls nicht anders möglich, bieten wir Ihnen Alternativen an.

Mandeln

Im Oktober hat Kalifornien 30 Prozent weniger Ware verladen als im Vorjahresmonat. Die Verladungen aus neuer Ernte liegen 15 Prozent unter Vorjahr. Angesichts der Dürre haben viele Erzeuger zu Beginn der Saison ihre Ware nur sehr zurückhaltend angeboten, so dass kaum Abschlüsse getätigt worden sind. Diese Zurückhaltung ist spürbar: In Kalifornien ist kein Ende der Logistikkrise absehbar. Vor den Häfen liegen zahlreiche Schiffe, die darauf warten, die Ladung zu löschen und neue Ware aufzunehmen. Inzwischen fehlt es nicht nur an Schiffen und Containern, sondern auch an Lkw und Chauffeuren.

Haselnusskerne

Die jüngste Abwertung der türkischen Lira wirkt sich nachhaltig auf die Exportpreise für Haselnüsse aus: Die Lira ist gegenüber dem US-Dollar vor kurzem auf ein Rekordtief gefallen. Die Händler sind sehr besorgt über die weitere Zinsentwicklung. Der Wechselkurs stellt jedoch nicht die größte Unbekannte dar. Die Aufmerksamkeit hat sich inzwischen vielmehr auf Qualitätsprobleme, die Preisentwicklung und einer Veränderung der Kaufgewohnheiten, die auch wir feststellen, verlagert.

Walnusskerne

Die Verschiffungssituation ist und bleibt angespannt. Die Wirtschaft in Asien und Europa erholt sich vom steilen Absturz im vergangenen Jahr. Die Verspätungen auf der ganzen Welt sind Ergebnis der weltweiten Nachfrage. Der grosse Bedarf trägt zu einem massiven Mangel an Seecontainern bei, die für den Transport der Waren unverzichtbar sind. Vielen Produzenten, die Walnusskerne verschiffen möchten, bereiten die Verzögerungen grosse Probleme. Aber nicht nur den Produzenten, sondern auch den Warenempfängern: Ihnen bereiten die unterbrochenen Lieferketten Sorgen. Vereinbarungen können nicht mehr eingehalten werden. Man ist der aktuellen Lage machtlos ausgesetzt. Da Ware aus Kalifornien fehlt, weichen viele auf Osteuropa aus. Dies wiederum löst eine hohe Nachfrage aus und lässt die Preise steigen. Verlässliche Preise aus neuer Ernte bekommt man im Moment noch nicht; Der Markt spielt völlig verrückt. Gewohnte Qualitäten oder Herkünfte können nicht angeboten oder garantiert werden. Man muss akzeptieren, was man erhält. Wir hoffen, dass der «Wahnsinn» in Kalifornien und Osteuropa bald nachlassen wird. Von allen wird eine grosse Portion Flexibilität abverlangt.

Zucker

Auch Zucker wird im Moment mehr nachgefragt, als angeboten wird. Die Lagerbestände sind tief und die Zuckerproduzenten kämpfen weltweit gegen Krankheiten und Wetterkapriolen oder haben sich schlicht von der Zuckerproduktion verabschiedet. Die Preise sind in der Folge stark gestiegen und dieser Trend wird wohl anhalten – auch in der Schweiz.

Öle

Allgemeine Informationen und Tendenzen

Die Märkte für Pflanzenöle bleiben weiterhin eingeschränkt – die Erntezahlen sind tief und die Transportkapazitäten reduziert. Bei der derzeit bestehenden Knappheit aller Pflanzenöle gibt es kaum Anzeichen für einen mittelfristigen Preisrückgang.

Sonnenblumenöl/High Oleic Sonnenblumenöl

Die letzte Sonnenblumenernte hat sehr unter der langen Trockenheit gelitten. Die Lagerbestände in Europa sind insgesamt auf niedrigem Niveau. Die Landwirte beziehungsweise Saatproduzenten sind aktuell zurückhaltend mit Angeboten, was die Preise auf hohem Niveau stehen lässt.

Erdnussöl

Im Zuge des Preisanstieges des gesamten Pflanzenölmarktes ist der Preis für Erdnussöl im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Die Lagerbestände in Europa sind derzeit auf einem historisch niedrigen Niveau.

Rapsöl/HOLL Rapsöl

Grosse Verluste der kanadischen Ernte und ein Mangel an europäischer Saat treiben die Preise für Rapssaat und Oel wöchentlich weiter nach oben. Die internationalen Rapsölpreise sind überdurchschnittlich stark gestiegen.

Käse, Schweiz

Die Nachfrage im In- und Ausland ist weiterhin sehr hoch. Am deutlichsten ist dies beim Le Gruyère AOP spürbar. Die Verfügbarkeit ist trotz angepasster Produktionsmengen sehr knapp, was die Preise steigen lässt. Der Rohwarenpreis der übrigen Halbhartkäse, die ausserhalb des A-Segmentes produziert werden, steigt ebenfalls an. Diese orientieren sich am B-Milch-Richtpreis. Dieser ist während der letzten zwölf Monate bis zu zehn Rappen pro Kilo angestiegen. Der A-Milch-Richtpreis ist aktuell stabil und es zeichnen sich kurzfristig keine Veränderungen in diesem Bereich ab.

Käse, Ausland

Die Rohwarenpreise sind massiv angestiegen und werden hoch gehandelt. Beim Feta DOP ist zusätzlich zur erhöhten Nachfrage die Rohwarenverfügbarkeit ab Ursprung in Griechenland sehr knapp und führt zu Lieferausfällen.

Molkereiprodukte Bio Suisse

Zusätzlich zum Verpackungsmaterial treten bei der Biomilchproduktion ab 1. Januar 2022 neue Richtlinien in Kraft. Namentlich ist die Zusammensetzung der Futtermittel und die Herkunft der Kühe davon betroffen. Zum einen wird der maximale Kraftfutteranteil an der Gesamtration von zehn auf fünf Prozent reduziert. Zum anderen dürfen die verwendeten Futtermittel nur noch aus der Schweiz stammen. Diese neuen Richtlinien werten die Biomilch auf und sind ein wichtiger Entwicklungsschritt, damit das Bio-Label auch in Zukunft Vertrauen beim Konsumenten findet und sich von anderen Labels abhebt. Die Umsetzung der erwähnten Richtlinien und der damit verbundene Mehrwert führen zu einer Verteuerung der Biomilchproduktion und einer Reduktion der Milchmenge um geschätzte drei Prozent. Bio Suisse zeigt in einer Berechnung auf, dass die Produktion der Biomilch unter den neuen Richtlinien rund fünf Rappen pro Liter mehr kosten wird. Als Folge der neuen Richtlinien könnten die Preise für den Einkauf von Bioprodukten ansteigen. Wird eine Preisanpassung beschlossen, müssen wir diese eins zu eins umsetzen.

Hefeprodukte

Die Kosten für die Hefeproduktion haben sich in diesem Jahr stark nach oben entwickelt. Einerseits haben sich die Zutaten für die Hefeproduktion stark verteuert. Andererseits beeinflussen auch hier die steigenden Verpackungspreise, Energiekosten und Transportkosten die Preisentwicklung. Ab Januar 2022 werden sich daher die Verkaufspreise der verschiedenen Hefeprodukte erhöhen.

Preistendenzen 12/21