22. Dezember 2022

Pistor ist am Markt dabei und setzt sich für Sie ein.

Auf dem Mandelmarkt sieht es düster aus, die Haselnusspreise sind gestiegen. Bei den Ölen bleiben die Tendenzen stabil bis steigend und es zeichnen sich Engpässe beim Thon sowie Preiserhöhungen bei CH-Geflügel und Tissue-Produkten ab.

Mandeln

Der Wassermangel ist in Kalifornien ein grosses Thema. Das Ministerium für Wasserressourcen gab eine Zuteilung von lediglich 5% der für 2023 beantragten Mengen bekannt. Die vom Mandelanbau betroffenen Stellen reagierten sofort und haben nun ein weiteres Jahr keinerlei Sicherheit. Der Schutz der landwirtschaftlichen Betriebe und der Bevölkerung vor Wasserknappheit ist nicht gewährleistet. Trockenheit, hohe Produktionskosten und niedrige Rohwarenpreise treffen nicht nur die Landwirte in Kalifornien, sondern auch die Mandelbauern in Spanien. Die anhaltende Dürre hat in den letzten Jahren einige Betroffene zu schwierigen Entscheidungen gezwungen. Die Aussichten für das nächste Jahr sind alles andere als ermutigend. Die Landwirte in Spanien haben ähnliche Probleme. Frühjahrsfröste, die schlechte Bestäubung und die Trockenheit haben die diesjährige Mandelernte beeinträchtigt.

Haselnusskerne

Es wird wild darüber spekuliert, warum die Rohwarenpreise für Haselnüsse in der Türkei in die Höhe geschossen sind. Uneinig sind sich die Händler auch darüber, wie viel die TMO wirklich gekauft hat. Das Problem ist, dass der plötzliche Anstieg der Inlandsnachfrage zu Neujahr den Markt überrascht hat. Die meisten Käufer hatten mit sinkenden Preisen gerechnet und waren alarmiert, als die Preise das Gegenteil taten. Das begrenzte Angebot und die geringe Nachfrage führten auch dazu, dass einige Schälbetriebe ihre Arbeit einstellten. Tatsache ist jedoch, dass der türkische Haselnussmarkt weitgehend von dem Marktriesen TMO abhängt und die Regierung dem Unternehmen erst vor kurzem eine Finanzhilfe für den Bau eines neuen Schälbetriebs gewährt hat.

Zucker

Der Markt bleibt kurzfristig knapp versorgt mit Zucker, auch wenn die Erwartungen der weltweiten Produktion für das neue Zuckerjahr 2022/23 höher ausfallen. Der frühe Kampagnenstart vieler Fabriken aufgrund der Energiekrise, die geringere Anbaufläche und die ausgeprägte Trockenheit führten bereits im Vorfeld zu einer deutlich tieferen Ernteschätzung als im Vorjahr. Seit Kampagnenbeginn wurden in Frankreich und Deutschland die Schätzungen erneut nach unten korrigiert. In der Schweiz war man aufgrund der guten Resultate aus den Proberodungen und trotz ausgeprägter Trockenheit im Sommer relativ positiv gestimmt und erwartete eine durchschnittliche Ernte. Durch den warmen Oktober haben die Rüben neues Blattwerk gebildet und dies führte zu einer signifikanten Verringerung der Zuckergehalte. Die Ernteschätzung wurde nach unten korrigiert, und das bedeutet auch, dass die Schweiz im aktuellen Zuckerjahr auf Importe in der Höhe von über 100'000 Tonnen angewiesen ist.

Speiseöle

Erdnussöl

Die Aussichten für die neue Ernte im Senegal sind positiv. Es werden ähnliche Mengen wie im Vorjahr bei guter Qualität erwartet. Die Handelsaktivitäten sind noch sehr zurückhaltend. Noch wird von keiner grösseren Nachfrage aus China berichtet. Für die Endprodukte ist mit steigenden Preisen zu rechnen. Der Markt kämpft mit deutlich gestiegenen Verarbeitungskosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Tendenz stabil bis leicht steigend.

Sonnenblumenöl/Sonnenblumenöl HO

Es konnten deutlich mehr Sonnenblumenöl und Saat die Ukraine verlassen, als erwartet wurde. Die diesjährige ukrainische Ernte wird ca. 30% niedriger als im Vorjahr ausfallen. Sollten die Exporte abflachen, die derzeit über den Seekorridor kommen, so werden grosse Probleme bei der Lagerung der neuen Ernte erwartet. Die Statistiken zeigen sehr deutlich, dass die inländische Verarbeitung von Sonnenblumensaat nur eingeschränkt stattfindet. So haben sich die Exporte von Sonnenblumensaat gegenüber dem Vorjahr verzehnfacht. Die russische Ernte soll reicher ausfallen als im Vorjahr. Mit dieser Verschiebung wird Russland in diesem Jahr der grösste Sonnenblumensaatproduzent der Erde sein. In Russland und der Ukraine kam es zu wetterbedingten Ernteverzögerungen. Aufgrund der überdurchschnittlichen Regenfälle in den letzten vier Wochen werden Qualitätseinbussen befürchtet. Durch die mangelnde Bodenfeuchtigkeit ist es bei der Aussaat von Sonnenblumen in Argentinien zu Verzögerungen gekommen. Diese Trockenheit beeinflusst die Aussichten für die Ernte im Frühjahr 2023 negativ. Tendenz stabil bis leicht steigend.

Rapsöl

Der Preisverlauf des Rapsöls folgt deutlich demjenigen des Mineralöls. Der schwache Euro trägt dazu bei, dass die Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Rapsöl auf dem internationalen Markt gestiegen ist. Es wird von hoher Nachfrage aus China berichtet. Die CH-Ernte ist verkauft. Tendenz stabil.

Thon

Die Beschaffung beim Thon bleibt besonders schwierig. Ware, die bereits im März für Lieferungen im Oktober/November bestellt wurde, trifft teilweise erst im Januar, Februar oder sogar März 2023 ein.

Begründung: Verzögerungen in der Produktion (teilweise aus Rohstoffmangel), Verzögerungen bei der Ausgabe des Catch Certificate und weiterhin Verzögerungen bei den Verschiffungen haben sich kumuliert. Es muss mit Lieferengpässen gerechnet werden.

CH-Geflügel

Die Kosten für Futtermittel und Verpackung stagnieren auf einem hohen Niveau. Weiter steigt der Faktor Energie und Betriebskosten rasant an. Diese Kostenentwicklung ist durch weitere Preiserhöhungen auf dem Geflügelmarkt spürbar.

Non-Food

Hersteller von sogenannten Tissue-Produkten wie Toilettenpapier, Küchenrollen und ähnlichen Produkten haben die Preise seit Herbst 2020 beinahe verdoppelt. Gleichzeitig wurden zum Teil drastische Portfoliobereinigungen vorgenommen, punktuell Maschinen stillgelegt und Produktionskapazitäten von Recycling-Tissue abgebaut. Trotz diesen Massnahmen ist es den Herstellern nicht gelungen, ihre Kosten zu decken. Aus den genannten Gründen und je nach der künftigen Entwicklung der Energiekosten muss auch im Frühjahr 2023 mit weiteren Preiserhöhungen gerechnet werden

Milchprodukte, Schweiz

Die BOM hat an der Sitzung vom 16. November 2022 beschlossen, dass der Milchpreis in der Schweiz per 1. Januar 2023 um 3 Rappen erhöht wird. Hauptgrund dafür sind die stark gestiegenen Produktionskosten für die Landwirte in den letzten Monaten. Gleichzeitig machen die verschiedenen Milchverarbeiter ebenfalls höhere Produktionskosten geltend und wollen diese per Januar 2023 am Markt durchsetzen. Aufgrund dessen wird es auf diesen Zeitpunkt zu Preiserhöhungen auf den Schweizer Milchprodukten kommen und diese werden national am Markt umgesetzt werden. Bei den meisten Industriekäseprodukten wird der Aufschlag etwas verzögert per 1. März 2023 erfolgen.

Preistendenzen 01/23

     

Info

Neue Deklarationsvorschriften

Aufgrund der kommenden Knappheit von Sonnenblumenöl hat der Bundesrat entschieden, bis Ende 2023 die Deklarationsvorschriften von Zutaten zu lockern, damit Öl-Alternativen flexibel deklariert werden können.

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