Was im Elternhaus in Kriens begann, hat grosse Dimensionen angenommen. Die Brüder Morris und Lior Etter geben mit WASSER FÜR WASSER (WfW) Leitungswasser einen Wert: Sie engagieren sich gemeinsam mit über 400 Partnerbetrieben für Wasser- und Ausbildungsprojekte in Sambia.

Sie nennen es «blaues Gold», denn sauberes Trinkwasser ist nicht überall eine Selbstverständlichkeit. Was ist WASSER FÜR WASSER genau?
Lior Etter (LE): WfW ist eine Non-Profit-Organisation, die sich einerseits mit Spenden für Wasserprojekte in Sambia einsetzt, andererseits Leitungswasser in der Schweiz fördert. Leitungswasser bietet grossen ökologischen sowie gesundheitlichen Mehrwert. Die Wasserversorgung sowie -qualität in der Schweiz ist einzigartig. Dem möchten wir vermehrt ein Gesicht geben. Wir fördern Projekte in der Gastronomie und in anderen Unternehmen.
Morris Etter (ME): Wasser ist für uns blaues Gold, weil es eine elementare Ressource ist, die jedes Lebewesen zum Überleben braucht.

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WFW IN SAMBIA

Seit 2013 wurden 33 Wasserkioske und über 8 Kilometer Leitungsnetze in zwei verschiedenen Quartieren gebaut. Dies schaffte für über 75 000 Menschen Zugang zu Wasser.

Wie ist die Motivation für dieses Projekt entstanden?
LE: Wir hatten eine schwierige Zeit in unserer Familie. Morris und ich gingen danach lange auf Reisen. In dieser «Neufindungsphase» haben wir beide gemerkt, dass wir uns für den globalen sozialen Ausgleich einsetzen möchten. Und wie es Morris bereits sagte: Wasser ist die Grundlage von Leben. Zu Wasser konnten wir «Ja» sagen, und es hat uns extrem interessiert.
ME: Es gibt Millionen von Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben – die verschmutztes Wasser trinken müssen. Keine sanitäre Grundversorgung zu haben, stellt eines der grössten Probleme der globalen Gesellschaft dar. Wir haben diese Probleme gesehen, und sie haben uns betroffen gemacht. So haben wir nach Möglichkeiten gesucht, die Förderung von Leitungswasser einfach und greifbar in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Wie werden die Gelder von WfW in Sambia eingesetzt?
ME: WfW verfolgt zwei Projektschwerpunkte. Wir unterstützen den Trinkwasserzugang in städtischen Slumgebieten. Es geht darum, die städtische Wasserversorgung zu stärken – eine öffentliche Wasserversorgung zu schaffen, indem Leitungen in die Gebiete gezogen werden. Vermehrt kommen auch Abwasserprojekte hinzu. Wenn die Wasserversorgung stimmt, ist das das eine. Das andere ist: Es ist eine gewisse Grundversorgung beim Abwasser nötig, die «korrekt» umgesetzt wird. Sonst verschmutzt sich das Grundwasser zu stark, was wiederum einen Einfluss auf die Trinkwasserqualität hat. Weiter unterstützen wir Ausbildungen zum Sanitär und zum Wasserversorger in einer der beiden grössten Berufsschulen Sambias.

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WFW FÖRDERT DIE BERUFSBILDUNG

Ausbildungen zum Sanitär und zum Wasserversorger. Rund 200 Studentinnen und Studenten durchlaufen die Programme während einer zweijährigen Ausbildung. Sie ist praxisorientiert mit Praktika, damit der Berufseintritt erleichtert wird. Die ausgebildeten Sanitäre und Wasserversorger werden bei Projekten wiederum eingesetzt.

Kostenloses Leitungswasser ist ein Diskussionsthema in unserer Gastronomie. Wie handhaben dies WfW-Partnerbetriebe?
LE: Immer mehr Gastronomen verlangen Geld für Leitungswasser, was seine Gründe hat: Es gibt zunehmend Gäste, die Leitungswasser in der Gastronomie konsumieren. So bieten wir zwei Umsetzungsvarianten. WfW Classic: Classic-Partner führen Markenwasser, auf dem sie ihre Margen haben, und daneben Leitungswasser. Das Leitungswasser verkaufen sie in WfW-Karaffen zu einem selbstgewählten Preis. Oft handelt es sich um viel tiefere Preise als beim Markenwasser. Die Erlöse abzüglich Mehrwertsteuer, die wir zurückerstatten, fliessen zu 100 Prozent in unsere Projektarbeit in Sambia. WfW Green: Green-Partner verzichten auf den Ausschank von Markenwasser, führen stattdessen eine gastronomische Ausschankanlage «mit» und «ohne», gekühlt und gefiltert – also super Leitungswasser, das sie zu einem moderaten Preis verkaufen. Hier spenden die Partner einen vertraglich festgehaltenen Anteil, damit sie noch Einnahmen über Wasser generieren.

Die Reaktionen der Gäste können unterschiedlich ausfallen. Wie ist das Echo?
LE: WfW stösst grundsätzlich auf sehr viel Goodwill. Wir empfehlen eine offensive Kommunikation gegenüber den Gästen und unterstützen unsere Partner mit gebrandeten Karaffen und individualisiertem Infomaterial. Wenn Gäste Leitungswasser möchten, sollte der Gastronom gleich kommunizieren, dass er mit WfW arbeitet. Dass er das Wasser verrechnet aber gleichzeitig für Trinkwasserprojekte spendet. Wenn die Gäste Kenntnis vom Konzept haben, gibt es nur ganz wenige, die nicht einverstanden sind.
ME: Der Gastronom hat das beste Gefühl für seinen Betrieb und seine Gäste. So hat er auch die Preispolitik im Griff. Aufgrund dessen sind die Gäste einverstanden und zahlen vielfach mehr als der verlangte Preis.

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WFW IN DER SCHWEIZER GASTRONOMIE

Die Einführung ist simpel und bedeutet keinen Mehraufwand. WfW stellt die WfW-Karaffen kostenlos zur Verfügung. Ebenfalls übernimmt WfW die gesamte Kommunikation, indem sie verschiedene Materialien wie Broschüren, Postkarten etc. bereitstellt. Auch gestaltet sich die gesamte Abrechnung unkompliziert – dafür dient das Abrechnungsportal «WfW Pay».

Zu den Personen

MORRIS UND LIOR ETTER

Die beiden in Luzern wohnhaften Brüder, Initianten und Organisationsleiter gründeten WASSER FÜR WASSER im Jahr 2012. Morris studierte Internationale Beziehungen in Genf, und Lior war nach seinem Matura-Abschluss Fussballprofi beim FC Luzern. Im Gründerjahr besuchten die beiden das Start-up- Trainingsprogramm des internationalen Kompetenzzentrums für Wassermanagement (cewas).

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WFW-PARTNERSCHAFT

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