In der kleinen Zürcher Schokoladen-Manufaktur der beiden Schwestern Laura und Fabia Löw entstehen Pralinés, die ihresgleichen suchen. Wer einmal einen «Löwenkuss» im Mund hatte, will mehr davon.

Die beiden öffnen für uns die Tore zur Produktion und lassen uns über die Schulter gucken.

Glänzende Oberfläche

In einer kleinen Pfanne erhitzt Fabia die Kakaobutter auf 30,5 bis 31 Grad Celsius. Gleichzeitig wärmt sie die Airbrush vor. Die Temperatur spielt im ganzen Herstellungsprozess eine äusserst wichtige Rolle, von der Temperatur der Zutaten wie hier der Kakaobutter über die Geräte bis hin zur Raumtemperatur. Letztere liegt idealerweise bei 21 Grad Celsius. In einem ersten Schritt besprüht Fabia in der Farbspritzkabine die Form mit der Kakaobutter. Das verleiht den Pralinés einen schönen Glanz. Würde die Temperatur der Kakaobutter nicht stimmen, entstünden Pralinés mit einer milchigmatten Oberfläche.

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Einzigartige Muster

Die dekorativen Elemente der «Löw Delights Signature-Pralinés» machen aus jedem Stück ein Unikat. Für die Elemente des «Coco Maracuja» benutzt Fabia einen Spritzsack. Er ist gefüllt mit einer Kakao-Passionsfrucht- Couverture. Erneut ist die Temperatur entscheidend. Fabia erklärt: «Die Konsistenz dieser hellen Couverture ist bei einer Temperatur von 29 Grad Celsius ideal. Dunkle Schokolade braucht etwa zwei Grad mehr.» Für die Dekoration der anderen Signature-Pralinés kommen andere Techniken zum Einsatz; entweder die Airbrush oder ein Pinsel, mit dem Fabia die Form bespritzt.

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Hauchdünne Hülle

Sind die Streifen der Dekoration fest geworden, giesst Fabia die Form an der Temperiermaschine aus. Bei diesem Schritt zählt nebst der richtigen Temperatur der Couverture auch das Timing. Die gefüllte Form kommt für einen kurzen Moment auf den Rütteltisch, damit sämtliche Luft entweicht und auf der Oberfläche keine Bläschen entstehen. Die Dauer, während der die gefüllte Form geschüttelt wird, entscheidet über die Dicke der Hülle. Sie sollte weder zu fein noch zu dominant sein.

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Herzstück mit Biss

Fabia bereitet die Füllung zu. Dafür mixt sie zuerst folgende drei Zutaten: eine leicht knusprige Mandelmasse mit einer Passionsfrucht- und Kokosnussmasse. Daneben verfeinert sie eine weisse Couverture mit exotischen Kräutern. Anschliessend vermengt sie beide zum einen Teil der Füllung. Der andere besteht aus einer crunchy Mischung aus Kokosnuss, Mandeln und einem Hauch Passionsfrucht. Zuerst gibt Fabia eine «Prise» Crunch in die ausgehärteten Pralinéhüllen und füllt sie dann bis knapp unter den Rand mit der vorbereiteten Masse.

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«Deckel» drauf

Nun folgt der letzte Schritt: Die Pralinés werden «gedeckelt», sprich sie erhalten den Boden. Dafür begibt sich Fabia erneut an die Temperiermaschine und lässt die Schokolade über die Form laufen. Mit dem Spachtel zieht sie die überschüssige Schokolade ab – der feine Kern ist eingepackt. Erneut wandern die Formen umgehend in den Kühlschrank.

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Sehenswerte Kunstwerke

Haben Fabia und ihr Team mit Ladina Mangold und Samira Rentsch alles richtig gemacht, lassen sich die Pralinés nach einigen Minuten im Kühlschrank wunderbar aus der Form schlagen. So wie heute. Das Resultat lässt sich sehen! Verpackt werden die Unikate erst auf Bestellung. Bis dahin lagern sie offen im Kühlschrank und sind ab Herstellung rund fünf Wochen haltbar. «Da wir wenig Zucker verwenden, sollte man unsere Löwenküsse möglichst frisch konsumieren», erklärt Fabia dazu.

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Geschmacksintensive Handwerkskunst

Neben den optisch wie geschmacklich spektakulären «Löwenküssen» in den fünf Sorten Coco Maracuja, Salty Peanut, Coffee Pecan, Tonka Vanilla und Dark Hazelnut haben die Löws auch immer ein saisonales Praliné im Angebot, an Weihnachten sogar mehrere. Beim Betrachten der fertigen Kollektion sinniert Fabia über die Faszination, die die Produktion von Pralinés auf sie ausübt: «Wer eines unserer Pralinés geniesst, kostet mit einem Bissen ein ganzes Menü. Das macht das Kreieren einer Rezeptur so spannend.»

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Das Team Laura und Fabia Löw

Die beiden Schwestern träumten früh davon, beruflich etwas zusammen zu machen. Im August 2014 setzten sie ihre Träumerei in Taten um und begannen neben ihren Jobs mit dem Aufbau der Manufaktur. Sie ergänzen sich perfekt: Laura kommt von der kaufmännischen Seite und studierte mehrsprachige Kommunikation. Sie kümmert sich unter anderem um die Buchhaltung, Kommunikation, Vermarktung und die Verpackungen. Fabia ist gelernte Köchin mit einem Abschluss als Patissière-Confiseurin. Beiden war von Beginn weg klar, dass sie gern vegane Schokolade produzieren möchten. An die grosse Glocke hängen sie dies aber nicht. Wichtiger ist ihnen, dass man «Löw Delights» mit hervorragenden Schokoladenkreationen verbindet.

Für uns war früh klar, dass wir etwas zusammen machen möchten.

Laura Löw

Zum Betrieb

Löw Delights

8004 Zürich

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Gegründet: 2014

LöwDelights steht für: moderne, luxuriöse und exquisite Schokoladenkreationen.

Mitarbeitende: neben Laura und Fabia Löw arbeiten Ladina Mangold und Samira Rentsch in der Produktion. Zwei weitere Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin unterstützen sie Teilzeit beim Verpacken, Ausliefern und im Büro.

Sortiment: Löwenküsse, die Signature-Pralinés in fünf Sorten plus saisonale Variationen. Mit Schokolade ummantelte Haselund Macadamianüsse sowie Mandeln und Kaffeebohnen. Heisse Schokolade in den Sorten Puro, Frenchy (mit Orange), Hot Aztec (mit Chili) und Sultan (mit Gewürzen) 

Vertrieb: Online und über ein Netz von ausgewählten Partnern und Partnerinnen (Gastronomie, Firmen, Retail).

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Sara Hübscher

Autorin

Ob Rezept oder Rechtschreibung – nachschlagen verfeinert.

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