Ursprünglich eine wilde Rübenform und lange ein Armeleutegemüse, hat sie sich zur Lieblingsknolle von manchem Koch gemausert – die Rande. Dank ihrer tiefroten Farbe und ihrer Geschmacksvielfalt bringt sie Leben auf jeden Teller.

Pistor Inspiration RANDE fix
Illustration: Konrad Beck

Seit Jahrhunderten wird die Rande (auch bekannt als Rote Bete) kultiviert. In den Ländern des Mittelmeerraums zu Hause und verwandt mit Zuckerrübe und Mangold, hatte sie einst nur eine dünne Pfahlwurzel. Die heute bekannte Knollenform wurde erst über die Zeit gezüchtet. Auch die Farbe ist das Resultat der Weiterveredelung im 19. und 20. Jahrhundert. Die braunerdige Erscheinung hüllt sie in falsche Bescheidenheit, denn sie ist ein Aschenputtel in Pink. Einmal aufgeschnitten, birgt sie das poppigste Rosa, das es als Küchenzutat gibt.

Dafür verantwortlich ist ihr hoher Gehalt an Betanin. Die in der Rande weiter enthaltenen anorganischen Nitrate können das Herz stärken und den Blutdruck senken. Zusätzlich unterstützt das vorhandene Eisen die Blutbildung im Körper. Eine wahrlich tolle Knolle. Da das Wurzelgemüse nicht besonders anspruchsvoll ist, wächst es auch in schweren, lehmigen Böden und ist wegen seiner guten Lagerfähigkeit vor allem im Nordosten Europas begehrt. Die Rande brachte einst die Leute sogar über den langen, kalten, vitaminarmen Winter. Mit diesem kulturellen Hintergrund entstanden weltbekannte Gerichte, wie unter anderem der «Borschtsch», ein kräftig roter Eintopf und Nationalgericht der Russen und Ukrainer. Die verschiedenen Sorten der Rande bringen verschiedenste Aromen und Farben hervor: von erdig-süsslich bis scharf, von tiefrot über gelb zu weiss. Das vielseitige Wundergemüse hat nur einen Nachteil: Es kann Nitrate gut binden; deshalb sollte man Randen in Bioqualität immer den Vorzug geben.