Manuela Schwingshackl und Magdalena Rungaldier und ihr MA people Expertenteam haben eine Mission: die sich im Wandel befindende Hotelbranche mit neuen Ideen zu bereichern. Dabei stellen sie vor allem eines ins Zentrum: den Menschen und seine Geschichte.

Storytelling ist in aller Munde. Welche Rolle nimmt Storytelling bei der Entwicklung neuer Hotelkonzepte ein?

Manuela Schwingshackl (MS): «People do not buy goods and services. They buy relations, stories and magic», sagt der US-amerikanische Autor Seth Godin. Wir können ihm nur zustimmen: Hervorragende Geschichten sind ein Teil hervorragender Konzepte und Marken – und zwar mehr denn je. Eine echte, authentische, unverwechselbare «Story» spricht den Gast auf emotionaler Ebene an. Sie ermöglicht es dem Hotelbetrieb, in der hart umkämpften Hotelbranche mit immer mehr austauschbaren Produkten hervorzustechen und sich klar abzugrenzen.

Magdalena Rungaldier (MR): Eine gute Geschichte verleiht einem touristischen Produkt Identität, Image und Einzigartigkeit. Das löst beim Gast Aufmerksamkeit, Sympathie und Nähe aus und schafft Verlangen. Die Story muss den Gast emotional berühren und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nur dann wird er die Geschichte weitererzählen und damit zum besten Marketinginstrument für den Hotelier – kostenlos.

Jeder Betrieb kann Geschichten er- zählen – aber auf was kommt es an?

MR: Ja, jeder Betrieb kann Geschichten erzählen. Wenn diese allerdings nicht auf einer klaren Positionierung basieren, sind sie weder nachhaltig noch gewinnbringend.

MS: Als Erstes muss die Geschichte zum Betrieb passen. Sie muss wahr und authentisch und für den Endkunden (sowie Mitarbeitenden) leicht verständlich sein. Weiter muss die Geschichte nachvollziehbar sein, man muss sich damit identifizieren können. Nur wenn die Geschichte für den Gast persönlich relevant ist, das heisst sein Herz berührt, weckt sie im Gast Träume und positive Emotionen. Nebst diesen Eigenschaften muss das «Storytelling » unbedingt konsistent sein. Am verwirrendsten ist es, wenn ein Betrieb die Geschichten saisonal ändert und jedem Trend hinterherrennt. Kontinuität ist das wahre Unterscheidungsmerkmal.

MA people* hat sich auf das Entwickeln von kreativen Hotelkonzepten und Brands spezialisiert. Warum haben Sie sich in diesem Bereich selbständig gemacht?

MS: Der Hauptgrund, dass wir uns als Boutique-Hotelberatung auf die Entwicklung von Hotelkonzepten und -marken spezialisiert haben, waren der Bedarf und die Nachfrage am Markt. Die Hotelbranche ist im Wandel: Es wird immer schwieriger, am Markt hervorzustechen, Buchungen zu generieren und ergo die Betriebsziele zu erreichen.

MR: Unsere Vision ist es, Innovation, Kreation und Transformation zu ermöglichen – mit dem Menschen als Herzstück. Einen Beitrag zu leisten und die Welt zum Strahlen zu bringen – mit glücklichen «huMAns» (Gästen, Mitarbeitenden, Unternehmern).

Und das möchten wir noch sagen …

MR: Jede Leserin und jeder Leser wird mittlerweile unsere Passion für Hotelkonzepte erkannt haben. In der hart umkämpften Hotelbranche gibt es kaum noch Garantien, auf die man bauen kann. Auf ein einzigartiges Hotelkonzept, das auf die persönliche Vision, Motivation und Passion des Unternehmers aufbaut, kann man sich verlassen. Es sorgt dafür, dass das Hotel mit den eigenen, ganz persönlichen Werten im Einklang steht und dadurch nicht nur die Gäste glücklich macht, sondern auch den Hotelier. Ein nachhaltiges Hotelkonzept mit einer emotionalen Geschichte ist der einzige Garant für langfristigen Erfolg und dafür, dass das Hotel nicht nur eine coole Idee oder ein Traum bleibt, sondern zu einem langfristig tragfähigen Geschäftskonzept wird.

MS: Zusammenfassend: In unserer doch oft verwirrenden Welt mit andauernd wachsenden Möglichkeiten wird Klarheit immer mehr belohnt. Seien Sie sich klar, was Sie für wen und wie anbieten. Positionieren Sie sich – die Zeiten, wo man alles für jeden sein konnte, sind vorbei. Vergessen Sie dabei auch nie, dass die Hotellerie Dienstleistungen anbietet (dienen und leisten sind dabei die zentralen Stichwörter). Wenn dann noch Passion, Spass und Freude einfliessen, ist man/frau dem nachhaltigen Erfolg wieder ein Stückchen nähergekommen.

* MA = MAgdalena und MAnuela, und auch «huMAns for huMAns»

Bild: Sybille Huber für MA people

Im-Gespräch-MA-People

Zur Person

Manuela Schwingshackl und Magdalena Rungaldier

Ein geballte Ladung Power. Die beiden Damen aus dem Südtirol lernten sich auf den Malediven kennen, wo sie beide für ein Luxusresort arbeiteten.

Manuela Schwingshackl hat Hotel- und Destinationsmanagement studiert und war vor der Mitgründung von MA people in verschiedenen Senior- Marketing-/Management-Positionen tätig.

Magdalena Rungaldier studierte Tourismusmarketing und hatte vor der Mitgründung leitende Managementpositionen inne, so etwa in einer Agentur, auf einem Schiff, in einem Tourismusforschungsinstitut und in Boutique-Luxusresorts.

Unterstützt werden sie von ihrem Team, bestehend aus Hotellerie- und Tourismusexperten sowie Kreativen.

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