Das Bäckerforum Aeschlimann ist im Emmental bekannt für seine Spezialitäten: «chüschtigs» Brot, «cheibegueti» Sandwiches sowie «Emmentaler Högerli» – die Pralinékreation des Hauses. Auffallend sind seine Online-Präsenz und die Spots im regionalen Radio.

Unterwegs in Richtung Zollbrück. Im Autoradio läuft «neo1». «Wüsst dir, wo dases einzigartigi Brot git? Natürlech im Beckerforum Äschlimaa z'Zoubrügg. Z'dunkle Schattsite- u z'luftige Sunnsitebrot si zwo vo üsne Spezialitäte. Mi Name isch Ursula Sigitauer. Ig u mis Team ir Beckerei gä au Tag z'Beschte für cheibegueti Brot. Beckerforum.ch.» Ich erreiche mein Ziel Zollbrück.

Einzigartige Spots

«Ja, unsere Radiospots selbst zu sprechen, ist das Beste, was wir jemals gemacht haben», freut sich Simon Aeschlimann, Geschäftsführer des Bäckerforums Aeschlimann. «Wir haben sehr viele positive Reaktionen erhalten.» «Unser Facebook- Profil haben wir genutzt, um eine authentische Geschichte über die Spots zu machen», fügt Stefanie Brand, verantwortlich für Administration und Marketing, an. «Auf die Bilder von den Studioaufnahmen folgten zur Auflösung die Radiospots.» «Im Radio laufen sie jeweils während einer Woche pro Monat. Man hört sie jedoch auch andernorts – beispielsweise an Eishockeyspielen der SCL Tigers im heimischen Ilfisstadion», ergänzt Simon Aeschlimann. Es poltert auf der Treppe zum Büro. Fotograf Hans trifft ein. Nach einem kurzen Briefing startet er mit den Aufnahmen in Laden und Produktion.

Tipp

«Cheibegueti» Tipps

Möchten Sie von den Online-Erfahrungen profitieren? Simon Aeschlimann und Stefanie Brand stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.

Zur Website

Wow-Effekt

Kinder-Events

Der Jahreszeit entsprechend bietet das Bäckerforum Aktivitäten und Erlebnisse für Kinder: Osterhasen giessen, Lebkuchen verzieren, Spitzbuben kreieren und Zöpfe backen. Ein wahres Erlebnis für die Kleinen und eine lohnende Investition in die Zukunft!

Detaillierte Infos und Anmeldung

Planen und analysieren

«Für Facebook führen wir eine Jahresplanung», fährt Stefanie Brand fort. «Darin sind Fixpunkte wie unsere Events, Feiertage, Wechsel unserer ‹Högerli-Editionen› sowie die Aktionen festgehalten. Das hilft uns, die Übersicht zu bewahren. So finden auch flexible Beiträge und Schaltpausen ihren Platz, ohne dass wir unsere Follower mit Posts überhäufen. Ein mögliches Motiv, warum nur wenige Fans ‹Gefällt mir› wieder löschen», vermutet sie. Profilauswertungen schaut sie regelmässig an: «Die Analyse hilft uns, Erkenntnisse und Schlüsse zu ziehen. Dabei haben wir festgestellt, dass wir auf bessere Beachtung stossen, wenn wir alle Aktionen für die ganze Woche zusammen posten. Weiter haben wir bemerkt, dass vor allem Filme aus der Produktion sehr gut ankommen. Seither schalten wir öfters Kurzfilme anstelle von Fotos.» Simon Aeschlimann bemerkt: «Videos erstellen wir selbst – spontan und ohne Drehbuch mit dem Smartphone. Dabei stellen wir fest: je spontaner, desto besser! Im Laden werden wir oft darauf angesprochen. Aussagen wie ‹Ich habe gar nicht gewusst, dass ihr dieses Produkt selbst herstellt› oder ‹Ich wusste nicht, dass dies so viel zu tun gibt› kommen oft vor.» Zufrieden meint er: «Die generierten Reaktionen sorgen für beste Werbung.»

Unsere Brote enthalten ausschliesslich natürliche Zutaten.

Simon Aeschlimann

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«Sehr gute Emmentaler Bäckerei»

Kurz vor neun Uhr treffe ich im Laden des Bäckerforums Aeschlimann ein. «Grüessech, wünschen Sie einen Kaffee? Ich begleite Sie gleich zu Herrn Aeschlimann ins Büro», sagt Verkäuferin Andrea Mühlestein mit freundlichem Lächeln. Während ich warte, blicke ich mich um. Eine ganz normale Bäckerei, so scheint es. Der Laden ist rustikal, in der Art eines Emmentaler Spychers, gestaltet. Oben mit einer Holzlaube und unten mit einer grosszügigen Ladentheke mit allem, was das Herz begehrt. Rechts neben dem Eingang und oben an der Laube hat es Sitzgelegenheiten, um Kaffee zu trinken, Feines aus der Theke zu geniessen und zu verweilen. Dabei sieht man direkt in die Schaubäckerei und kann das Team bei der Arbeit beobachten, während sich die kleinen Gäste in der Kinderspielecke vergnügen. So sehen die Gäste selbst, wieso Brote, Sandwiches und Co. so gut oder «cheibeguet», wie die Emmentaler sagen, schmecken. Eines ist allerdings anders. Der Eindruck bestätigt sich auch online. Auf dem Google-Plus-Netzwerk verfügt das Bäckerforum Aeschlimann über 72 vorwiegend sehr positive Rezensionen und wird von den Kunden mit 4.4 von 5 Sternen benotet. Ein Kompliment für die Emmentaler Bäckerei: «Es ist schön zu sehen, dass Kunden markieren, dass sie uns besucht haben und es ihnen bei uns geschmeckt hat», sagt Stefanie Brand, welche das Netzwerk seit rund anderthalb Jahren professionell bewirtschaftet.

Pistor Inspiration Bäckerforum Aeschlimann

Dynamische Kommunikation

«Unsere Brote enthalten ausschliesslich natürliche Zutaten. Dank langer Teigruhe entwickeln sich viele natürliche Aromastoffe. Die Brote werden feuchter, sind dadurch länger haltbar und schmecken besser», erklärt Simon Aeschlimann. Per Anfang Jahr hat das Bäckerforum seine gesamte Brotproduktion umgestellt. Stefanie Brand ergänzt: «Dies haben wir mittels Facebook, Website und im Laden kommuniziert.» «Seither ist der Brotverkauf erneut angestiegen», freuen sich die beiden. Weitherum bekannt sind die «4 für 3»-Aktionen. Jeweils am Dienstag und Donnerstag erhalten Kunden vier Stück eines ausgewählten Produkts zum Preis von drei. «Heute gibt es Nussgipfel», informiert Stefanie Brand. «Dies ist schon vor dem Laden zu erfahren. Eine grosse Tafel an der Durchgangsstrasse weist darauf hin. Auch in der Ladentheke sowie auf dem Screen darüber werden die Aktionen gut sichtbar angepriesen. Selbstverständlich sind sie jeweils auch online zu finden», fügt sie bei.

Ich investiere insgesamt rund einen Tag pro Woche in die Bewirtschaftung der Online-Kanäle

Stefanie Brand

Übung macht den Meister

«Für den Grundaufbau der Website lohnt es sich, einen professionellen Grafiker zu engagieren», sind Geschäftsleiter und Marketingverantwortliche überzeugt. «Er hat uns eine Struktur geschaffen, die wir nun selbst bewirtschaften können», fügt Aeschlimann an. Stefanie Brand weiss aus Erfahrung: «Es ist praktisch, zuerst im Privaten zu üben, um dann die Geschäftsseite stetig aufzubauen. Nebst meinem privaten Facebook-Profil habe ich auch eine eigene Website, mit der ich testen kann. Dies hilft, eine gute Dynamik zu erreichen und das Geschäft auch online lebendig zu präsentieren. Freude an der ‹Online-Arbeit›, damit die Netzwerkpflege nicht zur Pflichtübung wird, ist genauso wichtig», ist die in einem 80-Prozent-Pensum angestellte Stefanie Brand überzeugt. «Ich investiere insgesamt rund einen Tag pro Woche in die Bewirtschaftung unserer Online-Kanäle», rechnet sie aus. «Dies gibt einiges zu tun. Deshalb haben wir auch einen Instagram-Account schon mehrmals andiskutiert, aber dann wieder verworfen. Eine hohe Professionalität auf fachlicher Ebene ist uns wichtig. Dies ist aufgrund der Hashtags nur bedingt möglich und für uns nicht stimmig. Ausserdem fragen wir uns, ob die mit Instagram angesprochene Klientel bereit wäre, so viel für ein Produkt auszugeben, wie es in einer Bäckerei kostet», gibt sie zu bedenken.

«Professionelle Bilder sind ebenso bedeutend», ergänzt Simon Aeschlimann. «Auch hier lohnt es sich, einen Profi beizuziehen. Wir können einen Teil selbst bewerkstelligen, weil Fotografieren Stefanies Hobby ist und sie sich entsprechend weitergebildet hat.» «Trotz allem ist online immer Optimierungspotenzial vorhanden», meint Brand. «Besonders Neuigkeiten sind für unsere Gäste auf dem Web schlecht auffindbar, weil sie in unserer Struktur unpraktisch angelegt sind.» «Wenn man weiss, wo suchen, ist zu erfahren, dass wir diesen Sommer/Herbst eine Filiale in Oberdiessbach eröffnen und dort eine Holzofenbäckerei mit Café-Restaurant betreiben werden», bringt Simon Aeschlimann als Beispiel ein. Der Beitrag ist trotzdem kreativ: ergänzt mit einem Bild von der Baustellen-Besichtigung der Teamleiterinnen zusammen mit ihren Vorgesetzten sowie dem Hinweis, dass Verkaufs- und Servicepersonal gesucht wird.

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Achtung, Film ab!

Es poltert erneut auf der Treppe. Fotograf Hans ist retour mit folgendem Zwischenbericht: «Ich habe sehr schöne Aufnahmen mit fröhlichen Gesichtern machen können. Die Stimmung ist hier sehr gut», freut er sich. Zeit, gemeinsam aufzubrechen, um ebenso stimmige Porträts der beiden Protagonisten sowie einen Kurzfilm in der Produktion aufzunehmen. In der Konditorei läuft die Wähenproduktion. Simon Aeschlimann setzt seine Worte von vorhin sogleich in Taten um und stellt sich als Regisseur zur Verfügung. Zuerst filmt und kommentiert er die Lernende Nadja Liechti. Sie belegt die mit Wähenteig ausgelegten Kuchenbleche mit Zwetschgen. Anschliessend kommt Konditorin-Confiseurin Veronique Graber mit dem Abfüllen des Gusses zum Zug. «So entstehen immer wieder neue Einsichten in unsere Produktion, die unsere Kunden via Facebook mit Spannung verfolgen», freut sich Aeschlimann. Auch die Aufnahme des Kurzfilms hält Fotograf Hans bildlich fest.

Autorin Franziska Dubach WF19441

Franziska Dubach

Autorin

Als gelernte Bäcker-Konditorin ist für mich Backen bis heute eine grosse Leidenschaft.