Freitag, 04. Mai 2018

Marktbericht 05/18 und Preistendenzen

Pistor - am Weltmarkt zu Ihrem Einkaufsvorteil dabei!


 

 
Mandeln 

Wie erwartet hat Kalifornien auch im März 18 mit rund 194 Mio. lbs wiederum starke Verschiffungszahlen präsentiert. Dies dürfte auch im April 18 so bleiben und die Verfügbarkeit bis zur neuen Ernte wird sicher zum Thema. Damit ist klar, dass die Preise für laufende Ernte tendenziell fest bleiben werden. Anfang April wurden die ersten privaten Schätzungen veröffentlicht. Die von allen erwarteten Mengen wurden mit 2.51 Mia. lbs prognostiziert, was umgerechnet rund 1'138'516 Tonnen ergibt. Das wäre Rekord! Dafür gibt es zwei Hauptgründe: 1. Kalifornien hat seit der letzten Ernte rund 100'000 zusätzliche "bearing acres" zur Verfügung und 2. sind die Frostschäden lange nicht so dramatisch wie anfangs angenommen. Alles in allem sind dies doch sehr positive Meldungen. Wir gehen davon aus, dass die Preise für neue Ernte bis zur offiziellen Schätzung des USDA Mitte Mai 18 schwächer tendieren

 

Haselnusskerne

Auf den Haselnussmärkten ist es sehr ruhig. Allgemein wird die Ernteschätzung vom Mai abgewartet. Mitte April wurde bekannt, dass der Termin für die türkische Präsidentschaftswahl vorgezogen wird. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Regierung demnächst auch im Agrarbereich auf Stimmenfang geht. Welchen Einfluss dies auf die Preise haben wird, ist offen. Aktuell sind die Preise im Ursprung stabil. Einzig die schwache türkische Lira sorgte für Bewegung. Es wird erwartet, dass sich die Preise bei weiterhin gutem Ernteverlauf seitlich bewegen werden.

 

Kokos 

Die Kokosraspelpreise folgen mit etwas Verspätung dem Trend der Kokosnussölpreise. Da der Ölpreis nun die Talsohle erreicht hat und ein Aufwärtstrend zu verzeichnen ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Kokosraspelpreise ebenfalls anziehen werden.

 

Sultaninen 

Die Blütephase der Rebstöcke ist fast abgeschlossen. Die Ernte entwickelt sich gut. Es gab keine Fröste und die Aussichten für die kommenden zwei Wochen versprechen weiterhin gutes Wetter. Die türkischen Behörden haben angekündigt, rund 4'000 t Sultaninen für die diversen Schulprogramme aufzukaufen. Die volatile Währungssituation wird im Moment wohl der Faktor für die weitere Entwicklung der Preise sein.

 

Zucker 

Die Rüben für die Ernte 2018 sind im Boden und die Entwicklung der Pflanzen verläuft nach der leicht verzögerten Aussaat normal. Preislich bewegt sich der CH-Zucker auf historisch tiefem Niveau. Man erachtet es als sehr schwierig, unter diesen Bedingungen die Anbauflächen halten zu können. Eine weitere Korrektur der Preise nach unten ist unwahrscheinlich. Es wird sich zeigen, ob und wie sich die Politik für die vor- und nachgelagerten Stufen der Zuckerproduktion einsetzen wird. Mittelfristig rechnen wir mit einer Korrektur der Preise nach oben. Die neue EU-Zuckermarktordnung hat voll durchgeschlagen und die Preise deutlich reduziert. Dies bedingt, dass die Differenz zu CH-Zucker immer noch gross ist. Je nach Weltproduktion geht man davon aus, dass sich die Preise in der EU mittel- bis langfristig nicht gross verändern werden, da viele Rübenpflanzer mehrjährige Anbauverträge abgeschlossen haben.

 

Speiseöle 

Sonnenblumenöl/High Oleic Sonnenblumenöl 

In den ersten beiden Monaten des Jahres wurde in Russland mehr geerntet als erwartet. Die Aussaat hat in Europa noch nicht richtig begonnen, aber die ersten Informationen zeigen, dass mit ungefähr der gleichen Anbaufläche gerechnet werden kann. Dies würde also auf eine ähnliche Ernte schliessen lassen wie im letzten Jahr. Ein wichtiger Punkt beim Preis in der Schweiz ist, dass der schwächere CHF zum EUR die Importe in die Schweiz verteuert. Die Situation beim High Oleic Sonnenblumenöl hat sich in den letzten Wochen noch etwas verschärft. Die Wetterprobleme in Argentinien haben sich negativ auf das High Oleic ausgewirkt. Die Befürchtungen einer tieferen Ernte haben zugenommen, so dass die Preise vom konventionellen Sonnenblumenöl ebenfalls gestiegen sind. Tendenz stabil bis leicht steigend.

 

Erdnussöl 

Die Trockenheit in Argentinien hat sich nun definitiv auch negativ auf die Erdnussfelder ausgewirkt. Somit muss damit gerechnet werden, dass die Erntemenge in Argentinien trotz grösserer Anbaufläche kleiner ausfallen wird als im letzten Jahr. Diese Entwicklung ist umso bedeutender, da Argentinien zu den grössten Exportländern von Erdnussöl zählt. Afrika hat in den letzten Wochen/Monaten grosse Mengen ganzer Erdnüsse nach China exportiert. Es ist deshalb fraglich, welche Mengen für die Ölproduktion übrigbleiben. Somit sollten die Preise grundsätzlich vorerst stabil bleiben, bis die ersten Informationen zu den neuen Ernten eintreffen. Zu beachten gilt wie immer die Kursentwicklung USD/CHF, da dies den Erdnussölpreis direkt beeinflussen wird. Tendenz stabil bis leicht steigend.

 

Rapsöl/HOLL Rapsöl  

Die längere Kälteperiode in Europa scheint keine negativen Auswirkungen auf die Felder gehabt zu haben. Auch in der Schweiz wird mit einer guten Ernte gerechnet. Allerdings muss für diese Einschätzung das Wetter in den kommenden Wochen/Monaten stimmen. All diese positiven Faktoren haben dazu geführt, dass die Preise in den letzten Wochen auf tiefem Niveau stabil geblieben sind. Auch kann der drohende Handelskrieg zwischen China und den USA dazu führen, dass vor allem China vermehrt Rapsöl anstelle von Soja importieren wird. Tendenz stabil.


AVB